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Von Basil Nikitakis
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Politisch bewegt
Anders als Uta Sander weiß Catharina Gadelha genau, wohin sie will. “Vergessen”, das zweite Stück des Abends im Bürgerhaus Stollwerck, ist wie viele ihrer Arbeiten politisch bewegtes Tanztheater. “Vergessen” sind in diesen Tagen die Opfer all der anderen Kriege, die auf dem Globus tobten und toben: vom Kosovo bis zur Elfenbeinküste. Es sind so viele, dass der Platz nicht ausreicht, um alle Kriegsländer mit Kreidestrichen auf den Bühnenboden zu schreiben. Catharina Gadelha tanzt über sie hinweg, über all die Namen der Länder, schulterrollend, mit lyrischem Schwung und mit einem koketten Lächeln, das Steine zum Schmelzen bringt.
Und diese scheinbare Dieskrepanz zwischen Form und Inhalt wirkt, die Obszönität des Weltgechehens und unserer Wahrnehmung desselben wird sprunghaft deutlich. Aber dann kommt der Kopfschuss - aus dem off. Catharina Gadelha sackt plötzlich, und dann wiederholt, zusammen. Alles Weitere ist die tänzerisch wenig spannende Identifikation mit den Opfern. und “vergessen” ist die Hoffnung, daß politisches Tanztheater mehr sein kann, als bloß nur gut gemeint. |