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Von Volker Schwiddessen
Da wird experimentelles Tanztheater in gediegener Atmosphäre zu annehmbaren preisen im Werkhof geboten - doch kaum einer geht hin. Mit Sicherheit lag es nicht am strahlenden Sonnenschein, denn das vorherrschende herbstliche Nieselwetter hätte Zuschauermassen in den “Hohenlimburger Kulturtempel” treiben müssen. So aber tanzte die Gewinnerin etlicher Preise, u.a. des Leipziger Wettbewerbs um den besten deutschen Solotanz, Catharina Gadelha und Ximena Romero weitesgehend vor leeren Stuhlreihen. Sehr schade, denn das in Köln beheimatete Duo stellte die Lebensgeschichte der jüdischen Kommunistin Olga Benario Prestes hervorragend dar, Dieses späte Opfer der Nazis wurde aus Brasilien, dem Heimatland der Choregraphin, als unerwünschte Ausländerin 1937 zurück nach Deutschland ausgeliefert, wo sie fünf Jahre später in einem KZ starb. Beklemmend, leise und doch faszinierend, teilweise wunderschön und anmutig war die getanzte Tragödie anzuschauen. Die Choreographie gibt dem Betrachter eigenen Raum, die Gefühlswelt der Olga Benario Prestes nachzuvollziehen. Die schlimme Geschichte aus dem reichhaltigen Katalog menschlicher Grausamkeiten wurde von den wenigen Zuschauern mit viel und verdientem Applaus bedacht.
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