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Von S. Witte
Im Mittelpunkt des Stückes steht die linietreue und fanatscieh Kommunistin Olga Benario prestes, Tochter einer reichen jüdischen Akademikerfamilie aus München. Sie heiratet später Luis Carlos Prestes, Führer der brasilianischen Opposition. Als dieser an einem Aufstand scheitert, wird Olga nach Deutschland abgeschoben und stirbt 1942 in der Gaskammer im KZ Bernburg. Das Tanztheater beschäftigt sich nun insbesondere mit Olgas Abschiedsbrief aus dem KZ.
Catharina Gadelha, die zusammen mit Ximena Romero die Körperwidmung tanzte, kommt selbst aus Brasilien und hat dadurch den Bezug zur Geschichte der Olga. Die beiden Tänzerinnen tanzten das Stück sehr ausdrucksstark. Sie brachten den Zwiespalt der Olga zwischen Trauer und Sehnsucht, zwischen Traum und Wirklichkeit durch ihre Performance gut zum Ausdruck. Untermalt wurde die düstere, hoffnungslose Stimmung durch das Lichtspiel und die Musiksequenzen, die sowohl den brasilianischen Einfluss als auch die Dramatik und Verzweiflung der Protagonisten untermalten. Zeitweilig präsentierten sich beide Tänzerinenn erstaunlich synchron und harmonisch, so dass sie bald wie Mensch und Spiegelbild eins zu werden schienen. Die Dramatik des Stückes gipfelt in Textzitaten aus Olgas Brief. Der Auszug “Mich auf den Tod vorzubereiten, heißt nicht, dass ich mich ihm unterwerfe, sondern dass ich ihm entgegentrete”, weist auf den starken Charakter der Olga hin, die sich nie aufgab und selbst im KZ, mit dem eigenen Tod vor Augen, den anderen Menschen noch Kraft gab.
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