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von Basil Nikitakis
Catharina Gadelha hat es mit den starken, den zu Unrecht gequälten Frauen. Nach Camille Claudel und politisch verfolgten Frauen in Uruguay legt sie im letzten Teil ihrer Trilogie “Körperwidmung” nun “Olga” vor, ein Stück über die Kommunistin Olga Benario Prestes, die 1937 als unerwünschte Ausländerin aus Brasilien abgeschoben und 1942 im KZ Bernburg umgebracht wurde. Was in den vorigen Stücken eher verhalten zum Vorschein kam, wird hier direkt ausgesprochen: der Lebensdurst dieser Frauenfiguren.
Gadelhas Frauen sind stark, aber sie sind auch Getriebene. Sie können nicht anders, als ihren Visionen zu folgen, und vor allem können sie nicht zurück. Am Anfang von “Olga” schreitet Ximena Romero eine diagonale Lichtschneise entlang, dreht sich immer wieder mit pathetisch ausgestrecktem Arm und sinkt dann nieder. Gadelha steht derweil im Dunkel, liest aus einem Brief an Ehemann und Tochter vor.
Beide Tänzerinnen tragen Rot, beide sind die eine Olga, und viele Teile ihrer Soloparts wirken wie von einem Spiegel reflektiert. Im eindrucksvollsten Duo der beiden kommt es einem fast vor, als tanzten da Mutter und Tochter, Ehemann und Frau ein letztes Mal miteinander, ihre raffiniert getimten Sprünge sind wie ein gemeinsames Spiel. Dann wieder scheint die eine, die lebenslustige Olga, vor der linientreuen Kommunistin auf der Flucht zu sein. Auch in ihrem neuen Stück findet Gadelha eindrucksvolle Bilder für die Zerrissenheit von Empfindungen. Aber es gibt auch Momente, in denen sie choreographisch vor Olgas Stillstand in der Gefangenschaft zu resignieren scheint. |